From Russia with Love!

Heute melden wir uns erstmals aus Russland nachdem wir uns gestern Vormittag vom Nordkap verabschiedet hatten und unseren Weg in Richtung Finnland fortgesetzt haben.

Von unserem Quartier im Kirkeporten Camping sind wir um ca. 8:30 Uhr aufgebrochen. Mit Peter, Fabian und Paul von Team 89 „Verfassungswidrig“ hatten wir bereits vereinbart, dass wir Russland gemeinsam durchfahren werden. Wir haben uns auf die Route über Finnland und den finnisch-russischen Grenzübergang in Raja-Jooseppi geeinigt und sind bei wunderschönem Wetter losgefahren. Schon bei der Hinreise haben wir uns gerfragt, wo denn die Kreuzfahrtschiffe anlegen, wenn sie das Nordkap ansteuern. Auf dem Weg zurück nach Olderfjord haben wir eines im Hafen von Honningsvag liegen sehen.

Das schöne Wetter begleitet uns stetig weiter nach Süden und wir haben die Chance einige Bilder dieser wunderschönen Landschaft zu machen und Maschine in Szene zu setzen.

Auffallend ist, dass es auf der Insel Mageroya auf der das Nordkap liegt so gut wie keine Bäume oder Büsche gibt. Je weiter man Richtung Süden fährt, nehmen die krumm und niedrig gewachsenen Birken wieder zu. Diese werden größer und größer je weiter wir vorankommen. Erst nahe der finnischen Grenze mischen sich auch Nadelbäume unter die Vegetation.

In Lakselv stößt Team Verfassungswidrig wieder zu uns und wir fahren die restliche Strecke gemeinsam in Richtung Russland. Die finnische Grenze überfahren wir bei Karasjok und arbeiten uns weiter in Richtung Osten vor bis in den Ort Ivalo. Da wir nicht wissen, ob es unmittelbar nach der russischen Grenze eine Möglichkeit zu tanken gibt, machen wir unsere Autos nochmal voll mit Sprit. Eigentlich wären wir bereit, die Grenze zu überfahren…

Über die sozialen Medien (Facebook und Whatsapp) melden sich immer mehr Teams zu Wort, die Probleme bei der Einreise nach Russland haben. Die einen wurden zurückgeschickt, weil sie Obst und frische Lebensmittel oder Fleisch dabeihatten. Andere konnten mit ihrem Hund nicht einreisen, weil es an der Grenze keinen Veterinär gab. Schon länger kursierte das Gerücht, dass es wohl Problem gäbe, wenn man mehr als 3 Liter alkoholische Getränke dabeihabe. Außerdem hat Fabian Geburtstag und wir alle haben Lust, nochmal zu grillen und unseren Vorrat an Alkoholika unter das 3 Liter-Limit je Person zu bringen. Also gehen wir in Finnland für unser Barbecue einkaufen, was ganz nebenbei bemerkt deutlich günstiger als Norwegen und Schweden ist. Der Plan ist, dass wir uns anschließend auf dem Weg zwischen Ivalo und der russischen Grenze an einem der zahlreichen Seen ein ruhiges Plätzchen suchen und Fabians Geburtstag etwas feiern.

Wie schon die letzten Male, verlassen wir die Hauptstraße und fahren in den Wald in der Nähe eines Sees. Die Karte zeigt an, dass der Waldweg nach ca. 2 km an einem See endet. Der Weg ist bereits sehr ausgefahren und wir hoffen, dass sich tatsächlich das ersehnte schöne Plätzchen direkt am See an dessen Ende befindet. Der Wald tut sich auf und wir rollen auf eine große Lichtung und sehen vor uns ein idyllisch gelegenes rotes Haus, vermutlich ein Ferienhaus, das aktuell nicht bewohnt ist.

Wir feuern den Grill an und bereuen es kein bisschen, dass wir nicht noch nach Russland gefahren sind während wir gemütlich Essen und die Abendsonne genießen.

Da es doch wieder weit nach Mitternacht geworden ist, machen wir uns am Vormittag um 8:30 Uhr auf dem Weg zur russischen Grenze. Auf dem Weg halten wir nochmal an, um unseren Müll auf einem Parkplatz zu entsorgen. Wir diskutieren, ob wir unsere Bestände an frischen Lebensmittel vorsichtshalber entsorgen sollen, um bei der Einreise nicht irgendwelche Probleme zu bekommen. Was wir so im Internet finden ist widersprüchlich aber wir beschließen uns auf jene Quelle zu verlassen, die besagt, dass all diese Dinge für den Privatkonsum eingeführt werden dürfen. Wir fahren weiter und mit jedem Kilometer in Richtung Grenze steigt die Spannung, was uns erwartet.

Wir passieren erst den finnischen Grenzposten und müssen kurz aussteigen, um unsere Ausweise zu zeigen. Im Hintergrund des Grenzbeamten sehe ich einen Bildschirm auf dem die Tracking-Seite der BSC zu sehen ist. Die Zöllner scheinen live zu verfolgen, was gerade auf sie zurollt…

Wir steigen wieder ein und rollen weiter zum russischen Grenzposten. Ein freundlicher Zollbeamter händigt uns die Einreiseformulare aus und schickt uns weiter zur nächsten Station wo offensichtlich unsere Ausweise und das Fahrzeug kontrolliert werden. Es stehen bereits die Autos von etwa 10 Teams in verschiedenen Reihen. Ein anderer Grenzbeamter weist uns ein und erklärt uns sehr freundlich auf Englisch, wie wir das Einreiseformular auszufüllen haben. Danach steigen wir aus und reihen uns in die Schlange der anderen BSC-Teilnehmer zur Passkontrolle ein. Nachdem wir diese erfolgreich passiert hatten, müssen wir noch diverse Formulare zu Auto, mitgeführten Waren und zu unserem geplanten Aufenthaltsort ausfüllen. Es hängen diverse Beispiele an den Wänden, wie die Formulare auszufüllen sind – wahrscheinlich Kopien von früher eingereisten Personen, die das ganz gut gemacht haben…

Auch diese Station meistern wir nach einiger Zeit und bekommen eines der Formulare mit einem QR-Code mit dem Hinweis zurück, dass dieses Formular sehr wichtig sei. Wir nehmen an, dass wir es zum Ausführen unseres Autos wieder brauchen und gehen raus zum Wagen. Dort erwartet uns ein Zöllner, der den Wagen sehr oberflächlich durchsucht. Er schaut kurz in alle Staufächer, wir müssen aber keine einzige Kiste oder Tasche ausräumen. Nach einem weiteren Checkpoint rollen wir ein paar Kilometer durchs Niemandsland und müssen einen letzten Kontrollpunkt passieren. Geschafft! Wir sind in Russland.

Die Straße nach Murmansk führt durch endlose Wälder und Seen, wie wir das auch schon in Finnland erlebt haben. Eine Herausforderung sind die zahlreichen Schlaglöcher und Bodenwellen, die man manchmal erst sehr spät sieht. Langsam aber sicher arbeiten wir uns voran und erreichen Murmansk um 15:00 Uhr.

Die Roadbook-Aufgabe besteht darin, einen atomgetriebenen Eisbrecher ausfindig zu machen und ein Foto von uns vor dem Schiff zu machen. Wir finden die Lenin im Hafen von Murmansk, wo wir ein Dutzend andere Teams antreffen. Thorsten hat uns noch empfohlen auf den Hügel über der Stadt mit dem Kriegerdenkmal zu fahren. Von dort hat man einen sehr schönen Blick über den Hafen und die Stadt. Die Stadt ist nicht sonderlich attraktiv und wirkt trist mit den grauen und verfallenen Fassaden. Wir beschließen noch etwas in Murmansk zu essen und dann schon in Richtung St. Petersburg aufzubrechen.

9 thoughts on “From Russia with Love!

  • Jungs, hammergeil was ihr da macht, ich habe großen Respekt für euer Vorhaben und sehe aber das es euch gut geht und auf den Bildern Spass habt. Echt klasse, freue mich auf weitere Bilder und Reiseberichte.

  • Jogi und Wum – bin in Gedanken oft bei Euch – verfolge eure spannenden Aktionen und freue mich mit Euch, dass ihr einen Rießenspass bei der klasse Aktion habt.
    Große Reportage am Wochenende in der ARZ mit Bild…
    Klasse – immer weiter!!

  • Hallo ihr zwei,

    Schön von euch zu lesen, dass ihr es nach Russland geschafft habt!
    Liebe Grüße von dem Augsburger vw Bus, bzw. eure Cashewnüsse tauschpartner Meli und Bert

    • Freut uns sehr von euch zu hören. Seid ihr schon auf dem Rückweg nach Helsinki? Die Cashewnüsse haben wir übrigens noch 🙂

  • Ihr habts nach Russland geschafft! Glückwunsch und viel Spaß dort.
    Ich konnte am Donnerstag nicht einmal nach Berlin. Die ließen uns nicht landen – hatten auch gute Gründe dafür – und wir flogen fast eine Stunde große Kreise um Gewitterwolken, bis wir eine Landegenehmigung in Dresden bekamen.

  • Hallo nochmal, wir sind gerade auf dem Weg nach Helsinki und machen gerade stop im Weihnachtsdorf am Artic Circle im Finnland. Sehr lustig und irgendwie skurril im Sommer Lg Meli und Bert

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