Sankt Petersburg

Wir sind heute doch nicht so früh losgekommen wie eigentlich geplant sondern haben den Luxus des gemütlichen Ferienhäuschens nochmal genossen und gemütlich gefrühstückt. Gegen 9:30 Uhr machen wir uns auf den Weg und mit jedem Kilometer in Richtung St. Petersburg nimmt der Verkehr zu. Ich nehme nochmal mit Julia über whatsapp wegen der Bezahlung unserer Übernachtung Kontakt auf. Sie schickt mir die Adresse einer Bank in einem Vorort von St. Petersburg und wir sind um 12:00 vor Ort. Wir können dort tatsächlich mit der deutschen Bankkarte Geld abheben, doch leider ist das Limit mit 5.000 Rubel (75 EUR) so gering, dass wir mit zwei verschiedenen Karten abheben müssen, um unsere 8.000 Rubel für die Übernachtung zusammenzubekommen. Julia kommt kurz darauf und nimmt das Geld entgegen. Sie fragt, wie lange wir in St. Petersburg bleiben möchten. Als sie hört, dass wir nur heute da sind, meint Sie wie seien verrückt. Da hat sie nicht ganz unrecht. Dennoch gibt sie uns noch ein paar Tipps, was wir anschauen sollten und wir machen uns auf den Weg zum Zentrum.

Der Verkehr wird immer schlimmer. Um in die Nähe der Eremitage zu kommen brauchen wir teilweise 10 Minuten, um 100 m zurückzulegen. Gegen 13:30 Uhr sind wir dann bei der Eremitage und beginnen einen Parkplatz zu suchen. Kein leichtes Unterfangen, doch für Helene (Name des Autos von Team Verfassungswidrig!) wird gerade neben uns ein Platz frei. Jogi und ich fahren Maschine rückwärts in eine Seitenstraße direkt hinter der Eremitage. Beide Parkplätze sind übrigens kostenfrei und das mitten in der Stadt. Wahrscheinlich denkt sich die Stadtverwaltung, dass die Autofahrer schon genug gelitten haben bis sie die Innenstadt erreichen…

Die Stadt ist auf den ersten Blick sehr großzügig und eindrucksvoll angelegt, was uns spontan begeistert.

Wir sind uns einig, dass wir erst etwas essen wollen, bevor wir uns die Stadt näher ansehen können. Die Wahl fällt auf ein Restaurant unweit der Eremitage, das russische Küche anbietet. Die Portionen sind nicht übermäßig aber wir kommen so zumindest zu unserem Borschtsch, der sehr gut schmeckt, aber etwas dünn ist.

Nach dem Essen trinken wir noch einen Espresso, der ausgezeichnet ist. Laut Tasse ist er von Julius Meinl, den man in Südtirol häufig bekommt. Generell haben wir in Russland sehr guten Kaffee getrunken, häufig mit Siebträgermaschinen zubereitet. Selbst in den Autobahnraststätten inmitten der Prärie gab es Kaffee aus Vollautomaten und nicht nur Filter- oder Instant-Kaffee

Gestärkt machen wir uns auf den Weg durch die Stadt. Eher zufällig entdecken wir die Sankt-Petri-Kirche, die Kirche einer evangelisch-lutheranischen Gemeinde.

Kurzentschlossen gehen wir hinein und sind einigermaßen erstaunt, was da auf einer Tafel im Eingangsbereich steht. Bevor sie 1993 in ihren aktuellen Zustand umgebaut wurde, war sie 30 Jahre ein Hallenbad und davor von 1938 – 1962 eine Lagerhalle. Wir gehen die zwei Stockwerke hinauf und staunen nicht schlecht, was wir dort sehen…

Rund um das Hauptschiff sind noch die Bänke in aufsteigenden Rängen aus den Zeiten des Schwimmbads montiert… Das Ganze wirkt wie eine Mischung aus Turnhalle und Gotteshaus.

Wir setzen unseren Rundgang fort und versuchen zur Blutskirche vorzudringen.

Aufgrund des in St. Petersburg stattfindenden Confed Cups, ist der Bereich vor der Blutskirche für einen Public Viewing Bereich gesperrt, aber wir finden dennoch einen Weg durch das Labyrinth bis zur Kirche.

Die Schlange vor der Kasse ist uns allerdings zu lange, so dass wir uns entschließen, nicht in die Kirche hineinzugehen. Über den Mikhailovsky Garten und das Marsfeld (dort brennt die ewige Flamme) kommen wir zur Troitskiy Brücke und überqueren die Newa zur Peter und Paul Festung. Der Wind bläst sehr stark und trotz der 14 Grad ist es sehr eisig. Dennoch sind einige Leute im T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs…

In der Peter und Paul Festung verewigen wir Familie Ha(a)se in jener Pose, die für Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft ihrer Gattung steht.

Den Rückweg treten wir über die Birzhevoy Brücke an und gelangen auf die Vasilievsky-Insel. Von dort führt uns der Weg über die Dvortsoviy Brücke zurück zur Eremitage.

Es ist mittlerweile bereits 19:30 Uhr und wir verwerfen unseren Plan zu grillen zugunsten eines Restaurantbesuchs. Über Tripadvisor suchen wir in unmittelbarer Nähe zu unseren Autos und landen im Yat, einem sehr gemütlichen und nett eingerichteten Lokal. Gestärkt machen wir uns auf den Weg und verlassen St. Petersburg mit sehr positiven Eindrücken. Es ist eine sehr schöne und lebendige Stadt, die es sicherlich verdient hat, etwas länger besucht zu werden.

5 thoughts on “Sankt Petersburg

  • Super Eindrücke, vielen Dank für den tollen Bericht und die wunderschönen Bilder. Da bekommt man ja richtig Fernweh. Liebe Grüße von den Löher Mädels

  • Moin Jungs,
    tolle Bilder von St. Petersburg – hab auch schon einige Tage dort verbracht.
    Unbedingt eine Matruschka mitbringen – herrlich kitschig aber ein Muss!!
    Grüße aus dem verregneten Black Forest

    • Hallo Hans,
      wir waren auch in den Souvenirshops unterwegs aber noch nichts eingekauft. Die Tour ist einfach super und alles läuft wie geplant.

      Aller weitere zuhause.

      Joachim

  • Guten Morgen ihr zwei! Mit euren genialen Bildern und den super geschriebenen Berichten habt ihr die Ralley schon gewonnen. Jeden Tag ein Highlight, beneiden euch.
    Viel Spaß und keine Panne weiterhin.
    Viele Grüße aus Appenweier
    Gabi und Bernd

  • St. Petersburg sehr beeindruckend ! Der Umbau der ehemals Lager/Schwimmhalle in eine Kirche , klasse ! Bei uns hätte da ein total Abriss stattgefunden und Neubau – der Architekt hat das toll hin bekommen !
    Die Geschichte mit dem Geld abheben erinnert mich an Ghana 🙂 So jetzt lese ich gleich den nächsten Blog, hinke ein bisschen hinterher. ….

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