Es war schön. Vielen Dank!

Von Danzig ging es gestern quer durchs Land auf teilweise holprigen und kurvenreichen Straßen. Es ist aber insgesamt beeindruckend, wieviel in Polen in die Infrastruktur investiert wurde und wird. Wir haben Danzig gegen 19:00 Uhr verlassen und kommen daher erst um 23:30 Uhr an einem Campingplatz in Dziwnówek an der Ostsee, etwa 30 km vor der Grenze zu Deutschland. Der Campingplatz ist sehr schön angelegt in einem Kiefernwald und trotz der späten Ankunft bekommen wir noch einen Platz. Wie so häufig sind wir nicht das einzige Team der Rallye und hinter uns rollt ein weiteres Team aus Berlin auf den Campingplatz. Wir sind hinreichend müde und verbringen unsere letzte Nacht der Tour im Bus.

Der Regen lässt über Nacht nach und am nächsten Morgen scheinen sogar einzelne Sonnenstrahlen durch das Fenster. Wir machen uns ein letztes Mal Frühstück und essen vor unserem Bus im Freien bevor wir uns auf den Weg machen. Wird schon auch etwas komisch werden, wenn uns der Alltag wiederhat.

Wir wollen über Usedom und Anklam auf die A20 und dann direkt über die Autobahn nach Hamburg. Auf der Strecke ist reichlich Verkehr und wir brauchen fast zwei Stunden bis zur Autobahn. Das Wetter hat sich immer weiter verbessert und es blitzt immer mehr blauer Himmel durch die Wolkendecke. Die Landschaft auf Usedom ist abwechslungsreich mit dichten Wäldern, großen landwirtschaftlichen Flächen und sogar ein paar Hügeln. Die A20 ist in unserer Richtung nur mäßig voll und wir kommen gut voran. Allerdings hat es wieder heftig begonnen zu regnen und wir hoffen inständig, dass wir in Hamburg bei der Zieleinfahrt besseres Wetter haben.

Das Gelände bei der Strandbar St. Pauli Hamburg erreichen wir um 14:15 Uhr als die Freunde vom Superlative Adventure Club gerade am Aufbauen sind. Wir scheinen mal wieder zu früh aufgestanden zu sein 🙂

Dass Autofahren hungrig macht, wisst ihr bereits. Wir haben ja auch sehr viel übers Essen geschrieben. So ist kein Wunder, dass wir erst einmal eine Stärkung brauchen. Die Strandbar St. Pauli ist wirklich eine nette, gechillte Location direkt am Hafen unweit der Landungsbrücken.

Wir gönnen uns einen Chilli-Cheese-Burger und ein alkoholfreies Weißbier. Der Burger und insbesondere auch die Pommes sind super lecker.

Mittlerweile ist der SAC auch mit dem Aufbau der Zieleinfahrt fertig und die ersten Teams rollen durch das Tor und werden fotografiert. Wir setzen uns nochmal die Bollenhüte auf und rollen unter dem Applaus einiger weniger Zuschauer ebenfalls über die Ziellinie. Jetzt ist es auch offiziell. Wir haben es geschafft, wenn es dafür auch noch keinen Fotobeweis gibt…

Wir beschließen, in Anbetracht der 700 km Heimfahrt, die noch vor uns liegen,  auf die Siegerehrung zu verzichten. Auf Peter, Fabian und Paul vom Team Verfassungswidrig, die etwa 100 km hinter uns waren, wollen wir aber noch warten, um uns zu verabschieden. Die letzten Tage sind wir getrennt unterwegs gewesen, doch haben wir ein paar richtig schöne Etappen gemeinsam gemacht. Es kommen nach und nach mehr Teams an und selbst am Ende der Tour sehen wir noch Autos und Teams zum ersten Mal. Zum Beispiel das Team 183 aus der Straße von Jogis Freund Martin aus Stuttgart…

Kurz nach 16:30 Uhr rollt auch Helene mit den drei Jungs über die Ziellinie, die schon sehnsüchtig von Verwandten und Freunden erwartet werden. Wir freuen uns, dass es alle heile wieder nach Hamburg geschafft haben. Von unseren neuen Hamburger Freunden verabschieden wir uns und machen uns kurz nach 17:00 Uhr gut gelaunt aber auch etwas melancholisch auf den Weg nach Süden. Wenn wir die Strecke auch noch hinter uns haben, dann war das die längste Etappe der Tour…

Wir sind nun auf der Straße und es an der Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen: Wir haben, wenn wir zuhause sind, insgesamt über 9.600 km zurückgelegt. Maschine (unser T4) hat etwa 700 Liter Diesel und einen halben Liter Öl geschluckt. Andere Teams haben bereits bis zum Nordkap 800 Liter Sprit verbraucht! Zu unserem persönlichen Verbrauch haben wir Stillschweigen vereinbart. Nur das Standlicht vorne links hat seinen Geist aufgegeben und der Spiegel auf der Fahrerseite ist kaputt, weil uns ein Norweger beim Überholen dagegen gedonnert ist. Die Straße war recht eng und ich war vielleicht etwas weit links unterwegs (zu lange in Malaysia Auto gefahren…). Unsere Vorräte haben wir recht gut bemessen. Wir kommen mit weniger nach Hause als wir vor einer Woche noch geglaubt haben. Vom Autofahren haben wir beide erstmal genug obwohl wir das Fahren mit dem Bus sehr entspannt fanden und trotz der vielen Stunden „auf dem Bock“ haben wir keine Kreuzschmerzen.

Zu guter Letzt, hatten wir zu viel Schnaps dabei, der uns bei jedem Überqueren einer Grenze Kopfschmerzen bereitete – nicht weil wir ihn getrunken sondern weil wir ihn eben noch nicht getrunken hatten. Zu besonderen Anlässen haben wir aber ein Fläschchen verschenkt. Außerdem haben wir eine neue Vermarktungsidee für Schwarzwälder Obstbrände – ähnlich dem Linie Aquavit – entwickelt: das sogenannte Polarkreis Zwetschgenwasser, das im Auto geschüttelt den Polarkreis zweimal überqueren muss – einmal in Norwegen und das zweite Mal in Russland.

Mit diesem Post möchte ich die Serie zu unserem Baltic Sea Circle beschließen. Wir hoffen, dass ihr etwas Spaß beim Lesen hattet und wir etwas von diesem besonderen Flair rüberbringen konnten. Für eure zahlreichen Kommentare möchten wir uns bedanken. Wir haben uns über eure Teilnahme an unserem Abenteuer gefreut.

Ganz großer Dank gilt den vielen Spendern und Sponsoren, denn die Tour soll ja nicht nur Abenteuer sein, sondern auch Fundraising für unsere Charity Partner. Eure Spendenbereitschaft macht uns stolz und wir sind sehr dankbar für eure Unterstützung der guten Sache. Wir lassen das Spendenkonto noch ein paar Wochen bestehen und freuen uns auch nach der Tour über jeden Euro.

Danke, dass ihr uns begleitet habt!

Auf Wiedersehen. Farvel. Hej då. Ha det. Näkemiin. До свидания. Head aega. Vìso gẽro. Viso gero. Do widzenia.

13 thoughts on “Es war schön. Vielen Dank!

  • Auch von uns ein „Danke schön“, das wir euch durch eure beeindruckenden Berichte und Fotos begleiten durften.
    Kommt gut nach Hause. Auf bald in der „Heimat“!
    Gabi und Bernd

    • Hallo zusammen,
      wir sind nun auf der Autobahn und fahren nach Hause. Wo ist die Zeit hin? Es waren zwei unvergessliche Wochen die wirklich einzigartig sind. Vielen Dank auch von mir persönlich für eure Spenden, Unterstützung und auch für die Kommentare von euch.

      Viele herzliche Grüße
      Joachim

  • Hallo ihr Zwei,
    es freut uns sehr, dass ihr so viel Spaß hattet und das lang ersehntes Vorhaben auch in euere Augen das BSC Glitzern gebracht hat.
    Wir freuen uns aber auch sehr, wenn wir euch wieder gesund Zuhause haben.
    Liebe Grüße die Löher Mädels

  • Welcome back in Good Old Germany. Es hat sehr viel Spaß gemacht, euch aus der Ferne zu begleiten. Euch vielen Dank für die tollen Berichte, Fotos, What’s App’s, das Tracking usw. Versucht, soviel wie möglich von diesen 16 Tagen in euren Alltag „hinüber zu retten“ und genießt die Erinnerungen. Wir freuen uns, eure Live- Berichte zu hören. Auch Niklas und Robin haben euch immer begleitet. Ganz liebe Grüße von den Gallos

  • Hallo Wum, hallo Jogi,
    toll, dass Ihr wieder ohne Komplikationen im Schwarzwald angekommen seid. Diese Reise mit den phantastischen Eindrücken und Geschehnissen werden Euch sicher immer in Erinnerung bleiben.
    Herzlichen Dank nochmals für die tollen Berichte und Fotos, die uns täglich immer wieder fasziniert haben.
    Herzlich Willkommen (wieder) im Renchtal
    Franz u. Monika

  • Hi Wum & Jogi,

    das war eine klasse Sache mit schönem Blog, den ich jeden Tag gerne gelesen habe. Eigentlich hätte die Fahrt in den Schwarzwald noch Teil der Rally sein sollen. Aufgabe: Bringt den mitgenommenen Schnaps wieder unversehrt bzw. unverzehrt zurück … Ich hoffe, es wird irgendwann einen Dia-Abend geben, wie früher, mit einer Landkarte, auf der in den ersten 30 Minuten die ganze Fahrt schon mal theoretisch erläutert wird. Und einer coolen Tonspur mit Musik und seriösem Sprecher!

    Bis bald mal wieder im Badischen oder andernorts,
    Johannes & Isabell & Emma (die noch nicht wirklich versteht, wie cool ihr Patenonkel ist …)

  • Vielen Dank für eure tollen Berichte! Es wurden insgesamt über 442.000€ an Spenden gesammelt . Echt Wahnsinn!
    Bis bald in Hamburg!

  • Danke – für nette Pausen im Büroalltag bei Bildschirmreisen durch den wilden Norden.
    Man bekommt echt Lust, das in ein zwei, drei Jahren aus Anlass des 50ten mit dem ebenfalls dann so alten Göttergatten auch mal zu machen 🙂 Pause vom Alltag mit Job, Haus und (Fast-)Teenagern !
    Tolle Texte, Wum, das wäre ja zur Not noch ein Broterwerb als Reisejournalist….

    Liebe Grüße,
    Christiane

    • Das solltet ihr auf jeden Fall machen. Das Auto darf ja auch ein paar Jahre jünger als man selbst sein 🙂 Über die Option mit dem Reisejournalismus habe ich noch nicht nachgedacht… eigentlich reise ich ja genug 🙂

  • Willkommen in der Heimat, Ihr beiden!
    Ich habe erst jetzt noch mal auf eure Reiseberichte geschaut. Habt herzlichen Dank für die tollen Fotos und anschaulichen Berichte. Die Sehnsucht und Fernweh, auf Reisen zu gehen habt ihr bei mir weiter geschürt…..Danke auch dafür.
    Bis bald mal wieder, Joachim. Grüße, Juliane

    • Hallo Juliane,
      danke für dein Kommentar. Wir sind schon wieder im Alltag angekommen und die Erinnerung an die doch sehr unterschiedliche Länder ist sehr präsent. Die Tour war ein Erlebnis der besonderen Art.
      Viele herzliche Grüße
      Joachim

  • Hallo Wum
    Ich fange etwas spaet an Euren Blog zu lesen. Macht Spaß euer Abenteuer so ein bisschen mit zu erleben! Bravo

    Liebe Gruesse aus Sardinien und bis bald

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